Der Chor wurde 1974 von Hans Gafner gegründet, der während 36 Jahren als Dirigent wirkte. Im Mai 2011 übernahm Andreas Reize die Leitung des Chores.

Der Gabrielichor pflegt in erster Linie die Aufführung mehrchöriger Werke vom 16. bis ins 21. Jahrhundert. Dadurch ist ein vielfältiges und ungewöhnliches Repertoire entstanden. Es ist ein Anliegen des Gabrielichors, die ausgewählten Werke auf hohem Niveau und möglichst authentisch aufzuführen. Als Kammerchor mit seinen derzeit 46 Sängerinnen und Sängern strebt er einen transparenten Klang mit präziser Diktion an. Durch ihr emotionales Engagement wollen der Chor und sein Leiter den Zuhörenden aussergewöhnliche Erlebnisse vermitteln.

Höhepunkte in der älteren Chorgeschichte waren Aufführungen mehrchöriger Werke aus der Renaissance, insbesondere von „Namenspatron“ Giovanni Gabrieli und seinen Schülern, u.a. Heinrich Schütz. Auch weitere Schwergewichte der Chorliteratur kamen zur Aufführung, z.B. Bachs h-Moll-Messe und Matthäuspassion, Mozarts c-Moll-Messe und das Konzert mit der 40-stimmigen Motette Spem in alium von Thomas Tallis.

Von Claudio Monteverdis Marienvesper erlebte der Chor schon unter Hans Gafner drei verschiedene Einstudierungen, einschliesslich einer legendären Aufführung im Markusdom in Venedig. Der Chor hat sich überdies selten aufgeführter einchöriger Werke angenommen: Willy Burkhards Messe1 und Sintflut oder Hugo Distlers Weihnachtsgeschichte und Passion.

Zahlreiche Höhepunkte gab es auch in der neuen Ära mit Andreas Reize: Von Giovanni Rovetta, dem Nachfolger Monteverdis an San Marco, erklang dessen Marienvesper 2012. Im Mai 2013 bot sich dem Chor die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Zürcher Bach-Chor und dem Tonhalle-Orchester Brahms’ „Ein deutsches Requiem” in der Zürcher Tonhalle aufzuführen. 2014 rekonstruierte Andreas Reize diverse Einzelkompositionen Johann Rosenmüllers zu einer weiteren, besonders prächtigen, Marienvesper. 2015 hat der Chor “SHIR HASHIRIM – Das Lied der Lieder” von Dominik Nanzer uraufgeführt. 2016 führte der Chor mit grossem Erfolg dreimal die Marienvesper von Claudio Monteverdi auf.