Das Konzert ist abgesagt!

Leben, Übergang und Tod

In seinem Konzert versucht der Gabrielichor der Thematik von Leben, Übergang und Tod nachzuspüren. Es beginnt mit Leonhard Lechners „Deutsche Sprüche von Leben und Tod“, die er am Ende seines Lebens schrieb und die Musikwissenschaftler Friedrich Blume als „… genialsten Totentanz für den es in der gesamten Musikgeschichte keine Parallele gibt“ bezeichnete. Mit äusserst kurzen, musikalisch extrem verdichteten Strophen für Chor a cappella, nimmt Lechner kein Blatt vor den Mund: „Heut frisch wohlmechtig, gsund, schön und prächtig, morgen verdorben, tot und gestorben“. Lechners Sprüche waren denn auch der Anstoss für Distlers Komposition des Totentanzes, der als zweites auf dem Programm steht.

Der 1934 entstandene „Totentanz“ enthält neben den 14 Spruchversen aus dem „Cherubinischen Wandersmann“ des Angelus Silesius noch weitere, gesprochene Verse, die von Johannes Klöcking den teilweise verlorengegangenen niederdeutschen Strophen des Lübecker Totentanzes nachgebildet worden sind.

Zur Musik schreibt Distler im Vorwort: „Was die Vertonung anlangt, so mag der Kundige unschwer in Textwahl, Anlage, Länge und Anzahl der Sätze, in Stimmlage, -umfang und -zahl, vielleicht darüber hinaus auch in der Wort- und Sinngestaltung das mächtige Vorbild der Leonhard Lechnerschen „Sprüche von Leben und Tod“ erkennen.“

Im Zentrum des Konzertes steht allerdings die Uraufführung der Komposition „Übergang“ (2019) von Dominik Nanzer (*1963) für Oboe, Solo-Sopran, vier- bis achtstimmigen Chor und Schlagwerk.

Der Komponist legt dabei inhaltlich einen Fokus auf die Zeit vor dem Tod: auf das Altwerden, das Kranksein, auf den Rückblick, auf Leid und Ab- schied, auf schöne und vielleicht auch schlimme Erinnerungen, auf das Sterben. Es sind Themen, die die Zeit des Übergangs prägen.

Konzert-Schutzkonzept siehe unter Menu > Konzerte